Prävention: Wie können Schulen vorbeugen?

  • Präventionsmanagement an Schulen:Insbesondere im Bereich der Bildung & Erziehung benötigen wir ein umfassendes Präventionsmanagement, das sich mit allen Akteuren, die in der Jugendarbeit tätig sind, befasst.  Damit sind zum einen die 3 wichtigsten Säulen der Präventionsarbeit gemeint, Eltern, Lehrer und Schüler selbst.

    Diesbezüglich ist die Bildungspolitik gefragt, sie ist gefordert neue Rahmenbedingungen für die Ausbildungs – und Erziehungssituation zu schaffen: Dies betrifft auch die Verbesserung der Medienkompetenz der Bildungsakteure wie Lehrer, Erzieher aber auch Eltern.

    Dabei sollten die Inhalte der Medienkompetenzausbildung verstärkt den Fokus auf die Bedeutung des eigenen Handelns im Netz legen beispielsweise darauf, inwiefern das Internet immer stärker zum Sozialisations- & Lernmedium wird z.B. über Peers aus dem Netz und in welcher Art und Weise das Internet Individuum & Gesellschaft insgesamt verändert.

    Zwei Punkte sind bezüglich des Präventionsmanagements besonders bedeutsam:

    1. Die Aufklärung & Sensibilisierung über Gefahren, Risiken aber auch Nutzen und Chancen des Cyberspace.

    2. Eine altersgerechte Medienerziehung, die in den Kindergärten bereits beginnt und in den Schulen implementiert wird.

    Dies kann erreicht werden durch:

  • in den Schulen Medienkompetenzunterricht, resp. bestimmte Unterrichtsfächer zum Thema öffnen (z.B. Ethik), hierzu liegen auch Programme vor (z.B. Medienhelden; Medien-Präventionstag Katzer, Heinrichs 2011)

  • obligatorisches  Lehrfach „ Medienerziehung“ an allen Schulen einrichten, wobei nicht nur das reine Handling mit den Tools im Vordergrund steht, sondern  Themen, die sich mit der Medienpsychologie und Medienpädagogik befassen (z.B. die Identitätsbildung Jugendlicher durch den Kontakt zu Peers aus dem Cyberspace, die Suche Jugendlicher nach ihrer Identität im Netz , Gewalt und Aggression im Netz, Arbeit & Beruf u.s.w.).

  • in den Schulen Angebote zum Opferschutz (z.B. über Weißer Ring) bekannt machen

  • Gremien an Schulen einrichten zur Mediennutzung, die auch durch mit Schülern sowie Eltern besetzt ist

  • Peer to peer education an den Schulen verstärken zum Thema Neue Medien und Gewalt (Medien-Coaches, Internet-Scouts: Jugendliche, die Jüngere aufklären und anleiten)

  • an jeder Schule eine Person als Medienbeauftragter, der die auch die rechtlichen Hintergründe im Umgang mit Cybermobbing kennt sowie gesamtschulisches, einheitliches Vorgehen gegen Cybermobbing (präventiv) und bei konkreten Vorfällen
    Wie sieht ein Präventionsmanagement konkret aus?

  • Schüler in ihrem Selbstbewusstsein stärken: Kinder und Jugendliche, die lernen selbstbewusst und selbstbestimmt zu agieren, werden sich in schwierigen Situationen besser zu helfen wissen. Sie werden sich weniger als gesamte Person verletzt fühlen und können in der Regel gelassener an eine solche Situation herangehen.

  • Vertrauen aufbauen: Ein gutes Vertrauensverhältnis wirkt stärkend und unterstützt Kinder und Jugendliche positiv. Damit ist auch verbunden, dass sich betroffene Schüler im Falle des Falles schneller an einen Erwachsenen wenden werden, zu dem sie Vertrauen haben.

  • Opfern eine Lobby geben: Es gibt nichts Schlimmeres für Kinder & Jugendliche als „Opfer“ zu sein-  deshalb musws klar sein, dass Mobbing an der Schule keine Chance hat- die Täter werden zur Verantwortung gezogen und den Opfern wird geholfen!

  • Schulkultur des Helfens einführen. Helfen ist cool- Mobben ist uncool!
  • Schulregeln aufstellen: Ist in der Haus-/Schulordnung Cybermobbing aufgegriffen und thematisiert, ist später leichter damit umzugehen. Je transparenter das Thema von vorn herein behandelt wird, desto einfacher ist es, damit im konkreten Fall konstruktiv umzugehen.

  • Online-Kummerkasten: Es empfiehlt sich einen “Kummerkasten” einzurichten, so dass Schüler anonym von Fällen berichten können (z.B. in Form einer E-Mail-Adresse oder einem Briefkasten). Achtung: Dieser Kummerkasten könnte auch zum „Anschwärzen“ von anderen Schülern missbraucht werden.

  • Peer to peer Education: Da Cybermobbing sich in der Regel zwischen Gleichaltrigen abspielt, kann eine Unterstützung im Kreis der Schüler hilfreich sein. In vielen Fällen scheinen sich die Opfer eher einem vertrauenswürdigen Mitschüler anzuvertrauen als einem Erwachsenen.

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