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Elfjährige Schülerin nimmt sich das Leben, nachdem sie gemobbt wurde!

Erstellt von Uwe Leest | |   Aktuelles

 „Berlin kann schon morgen überall in Deutschland sein“, sagt Uwe Leest, Vorstandsvorsitzender vom Bündnis gegen Cybermobbing e.V., nach dem Tod einer elfjährigen Schülerin in Berlin.

Cybermobbing ist eine Form von Gewalt

Am vergangenen Wochenende starb eine elfjährige Schülerin aus Berlin im Krankenhaus an den Folgen eines Suizidversuchs. Die Schülerin soll Opfer von massivem Mobbing an ihrer Schule geworden sein und sich im Zuge dessen das Leben genommen haben. Das Landeskriminalamt hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Der regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, zeigte sich sehr betroffen und versprach die Aufklärung der Tragödie.


Der Schulleiterin, Daniela Walter wird vorgeworfen, zu wenig gegen die Mobbing-Problematik an ihrer Schule unternommen zu haben. Diese weist jedoch die Vorwürfe zurück und betont, dass es an ihrer Schule zwar „gekabbel“ gäbe, aber kein Mobbing, bei dem ein Kind über längere Zeit wirklich unter Druck gesetzt und malträtiert wurde.
Uwe Leest, Vorstandsvorsitzender vom Bündnis gegen Cybermobbing e.V., ist erschüttert über die Ereignisse in Berlin und wie die Verantwortlichen aus Politik und Schule damit umgehen. Es ist wie immer, es ist nicht, was nicht sein darf!


Er warnt zudem ausdrücklich: „Was in Berlin passiert ist, kann schon morgen überall in Deutschland passieren“ und bezieht sich damit auf aktuelle Studien, die zeigen, dass fast jedes vierte Kind schon einmal Opfer von Mobbingattacken in der Schule geworden ist, in Zahlen 1,5 Millionen!
Besonders besorgniserregend sei, dass jedes fünfte Mobbingopfer schon mit dem Gedanken gespielt hat, sich das Leben zu nehmen (vgl. U. Leest, C. Schneider, 2017, S. 85: Cyberlife II – Spannungsfeld zwischen Faszination und Gefahr, Karlsruhe).


Für Uwe Leest eine inakzeptable Situation: „Cybermobbing ist eine Form von Gewalt, die in unserer schnelllebigen und immer anonymer werdenden Zeit in erschreckend hohem Tempo ungeahnte, oft verheerende Folgen hat. Deshalb ist eine erfolgreiche Präventionsarbeit an Schulen, die das soziale Dreieck, bestehend aus Lehrern, Schülern und Eltern einbezieht, so wichtig.“ Darüber hinaus fordert das Bündnis gegen Cybermobbing e.V. die Einführung eines Cybermobbinggesetzes.
Leest fordert von der Zivilgesellschaft nicht mehr länger weg zu schauen, sondern endlich aktiv zum Schutze unserer Kinder zu handeln.

Über das Bündnis gegen Cybermobbing e.V.
Das Bündnis gegen Cybermobbing e.V. wurde im Juli 2011 gegründet. Es setzt sich aus Menschen zusammen, die persönlich von der Thematik betroffen sind, sei es beruflich oder privat, und die gegen Cybermobbing und Gewalt im Netz angehen. Das Bündnis ist ein Netzwerk von engagierten Eltern, Pädagogen, Juristen, Medizinern, Forschern und vielen mehr.
Cybermobbing ist ein gesellschaftliches Problem, das alle Altersgruppen betrifft, besonders jedoch junge Menschen unter 16 Jahren. In absoluten Zahlen sind das mehr als 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland.

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