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Für Eltern

Mein Kind wird im Internet gemobbt

93% aller Eltern wissen bereits um die Gefahren aktueller Internet-Phänomene wie Cybermobbing oder Cyberstalking, doch nur 10% überprüfen regelmäßig, was ihre Kinder im Internet machen (Cyberlife-Studie II, 2017). Permanently Online, Permanently Connected (kurz POPC) ist für viele Kinder und Jugendliche inzwischen Alltag. Kinder werden immer häufiger im Internet gemobbt und dadurch, dass ein großer Teil ihres Lebens online stattfindet, ist die Betroffenheit umso größer. Als Elternteil herrscht oft Ratlosigkeit, was man eigentlich dagegen tun soll, wenn das eigene Kind beispielsweise in sozialen Medien gemobbt wird.

Unsere Broschüre für Eltern steht kostenlos zum Download verfügbar. Hier erfahren Sie mehr über den Tatort Internet, welche Facetten Cybermobbing annehmen kann und wie Eltern Erste Hilfe leisten können, wenn ihr Kind von Cybermobbing betroffen ist.

Was können Eltern gegen Cybermobbing tun?

Wie merke ich, dass mein Kind betroffen ist? Diese Frage kommt häufig auf, wenn Eltern bemerken, dass sich das Verhalten ihres Kindes verändert. Wichtig ist nun, dass Sie bewusst agieren.

Hinschauen

Wie verändert sich mein Kind, nachdem es im Internet unterwegs war? Anzeichen für Cybermobbing treten häufig direkt nach der Nutzung des Internets auf. Typisch sind folgende Reaktionen:

  • Die Nutzung des PCs oder des Smartphones nimmt plötzlich stark ab
  • Das Kind trifft sich nicht mehr mit Freunden (zum Beispiel auf Discord) oder spielt nur noch allein
  • Nervöse Reaktionen, wie das Abschalten des PCs, wenn Eltern in der Nähe sind
  • Das Kind wirkt nach der Internetznutzung traurig, wütend oder nachdenklich
  • Schulische Leistungen nehmen ab oder stärkere Unaufmerksamkeit

Natürlich gibt es noch mehr Auffälligkeiten, die ein Hinweis auf Cybermobbing sein können. Deswegen ist der nächste Abschnitt sehr wichtig.

Informieren

Was ist Cybermobbing überhaupt?

Das Bündnis gegen Cybermobbing hat ein Archiv mit Fragen, Antworten und weiterführender Literatur angelegt. Dieses Archiv finden Sie unter Cybermobbing erklärt. Hier können Sie sich über das Thema Cybermobbing informieren und ein Verständnis entwickeln, welche präventiven Maßnahmen Sie vornehmen können, wenn ihr Kind von Cybermobbing betroffen ist.

Teilnehmen

Was können Eltern gegen Cybermobbing tun?

Der Umgang mit dem Thema Mobbing und Cybermobbing fällt oft schwer. Viele Eltern reagieren übereilt und autoritär, zum Beispiel durch die Abnahme des Smartphones oder PC-Verbot, aber das bekämpft nicht die Wurzel des Problems.

Wenn ihr Kind Opfer von Belästigungen im Internet geworden ist, sollten Sie folgendes tun:

Bauen Sie Vertrauen auf und zeigen Sie ihrem Kind, dass es jederzeit mit Ihnen über Probleme im Internet reden kann
Cybermobbing führt zu großem Leidensdruck, vor allem wenn Kinder keine Bezugsperson für ihre Probleme haben
Zeigen Sie Verständnis und seien Sie sensibel für mögliche Verstörungen ihres Kindes
Handy- und Internetaktivitäten können Kinder und Jugendliche emotional stark aufwühlen. Diese Erregungszustände können sich oft in seltsamen Verhaltensweisen äußern. Verurteilen Sie Ihr Kind nicht, sondern zeigen Sie auf, wie das Kind mit den Emotionen umgehen kann.
Keine Handy- oder Internetverbote
Internet und Handy spielen im Leben ihres Kindes immer noch eine wichtige Rolle. Wenn Sie ihrem Kind also Verbote androhen, bestrafen Sie es dafür, dass es Opfer von Schikanen geworden ist. Das ist nicht sinnvoll, da Ihr Kind dadurch lernt, dass es mit Ihnen nicht über Probleme reden kann..
Überlegen Sie sich gemeinsam, wie man mit den Belästigungen im Internet umgehen könnte. Positive Verhaltensweisen, wie beispielsweise das Blockieren der Täter in den sozialen Medien, bringen dem Kind mehr Schutz, als es Verbote je könnten.
Suchen Sie gemeinsam nach Lösungen
Wen könnte man informieren? Sind die Cybermobber in der Klasse des Kindes? Hat die Schule bereits Anlaufstellen für Cybermobbing? All diese Fragen können Sie sich gemeinsam stellen und entsprechend planen, wie Sie bei Cybermobbing aktiv werden wollen.
Versuchen Sie, Täter:innen zu identifizieren. Cybermobbing ist ein strafbares Delikt und kann angezeigt werden. Auf unserer Seite [Rechtsberatung] können Sie sich genaustens informieren, wie Cybermobbing angezeigt werden kann und inwiefern strafbare Delikte vorliegen.
Kontaktieren Sie die Eltern der Täter:innen. Sie können ebenfalls die Schule oder den Ausbildungsplatz der Täter:innen kontaktieren, wenn diese nach einem Gespräch das Cybermobbing weiterführen.
Bei einer beharrlichen Verfolgung oder gefährlichen Bedrohungen durch die Täter:innen, scheuen Sie sich nicht davor, die Polizei zu verständigen. Informationen zur polizeilichen Beratung finden Sie ebenfalls auf unserer Seite.

Weiterführende Links

Auf dem Online-Portal der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes sind Tipps zum richtigen Verhalten bei Cybermobbing zu finden. Das Beratungsangebot klärt über die Folgen für Täter und Opfer auf und enthält zudem nicht nur Verhaltensratschläge für betroffene Schüler, sondern auch für Lehrerinnen und Lehrer.


Im Auftrag der Europäischen Kommission ist klicksafe eine Sensibilisierungskampagne zur Förderung der Medienkompetenz im Umgang mit dem Internet und neuen Medien. Eltern und Pädagogen finden die wichtigsten Informationen zu Risiken und Chancen des Internets zusammengefasst.


Wenn Du im Internet auf Angebote gestoßen bist, die Du für illegal, jugendgefährdend oder entwicklungsbeeinträchtigend hältst, sende Deine Hinweise bitte an die E-Mail-Adresse hotline@jugendschutz.net. Auch anonyme Hinweise werden bearbeitet.


Jugendschutz.net kontrolliert das Internet und sorgt für die Einhaltung des Jugendschutzes. Hinweise auf Verstöße werden über eine Beschwerdestelle (Hotline) entgegengenommen. Um Eltern bei der Medienerziehung zu unterstützen, gibt jugendschutz.net praxisnahe Hilfestellungen weiter.


Nummer gegen Kummer e.V. ist die Dachorganisation des größten telefonischen und kostenfreien Beratungsangebotes für Kinder, Jugendliche und Eltern. Hier wird anonym und kostenlos geholfen, damit aus Fragen und kleinen Sorgen keine großen Probleme und Krisen werden.