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Cybermobbing erklärt

Fragen & Antworten zu Cybermobbing

Auf dieser Seite finden Sie etliche Fragen und Antworten zum Thema Cybermobbing. Zur Übersichtlichkeit werden wir die wichtigsten W-Fragen in einzelnen Abschnitten in Gänze behandeln.

Was ist Cybermobbing?
Was kann ich als Opfer gegen Cybermobbing tun?
Was können Schulen gegen Cybermobbing tun?
Was können Lehrer gegen Cybermobbing tun?
Was ist bei Cybermobbing strafbar?
Was können Eltern gegen Cybermobbing tun?

Was ist Cybermobbing?

Was ist Cybermobbing?

Cybermobbing gerät immer mehr in den Fokus der Medien und wird zu einem zunehmenden Problem. Doch was ist Cybermobbing überhaupt?

Cybermobbing – Eine Einordnung

Mobbing, welches im Internet stattfindet. Cybermobbing wird meist genau so verstanden: Das Internet wird zum mobben einer Person genutzt. Dabei handelt es sich beim Mobbing und Cybermobbing nicht um spezifische Handlungen, sondern um Verhaltensmuster. Zentral sind dabei folgende Faktoren, die das Verhalten haben muss, um als (Cyber-) Mobbing eingestuft zu werden:

  • erfolgt über einen längeren Zeitraum
  • tritt wiederholt auf
  • Es herrscht ein Machtungleichgewicht zwischen Täter und Mobbingopfer

Beim Mobbing, wie auch beim Cybermobbing, wird tyrannisiert, geärgert, schikaniert oder in passiver Form, wie zum Beispiel durch Ausschluss oder Kontaktvermeidung, die Würde eines Menschen verletzt. Dabei kommen die Betroffenen nicht mehr alleine aus der Situation heraus. Beim Cybermobbing bedeutet das also, dass all das auch über soziale Netzwerke, Messenger, Videoplattformen und vielen weiteren Wegen geschieht. Das Internet bietet den Tätern unendliche Möglichkeiten, ihre Opfer systematisch fertig zu machen.

Was sind die Unterschiede von Cybermobbing zu Mobbing?

Cybermobbing ähnelt dem klassischen Mobbing. Es wird beleidigt, gehänselt, bedroht oder lächerlich gemacht, jedoch unterscheiden sich die Dimensionen.

Neue Dimensionen des Mobbings

Während Mobbing in sozialen Räumen, wie beispielsweise Schulen, meist beim Verlassen des Raums endet, hört Cybermobbing selbst in den eigenen vier Wänden nicht auf. Durch die zunehmende Wichtigkeit der digitalen Welt und die damit gefühlt untrennbare Beziehung zum Smartphone, erreichen Cybermobber die Mobbingopfer rund um die Uhr und nehmen Einfluss auf das Leben der Person. Das kann beispielsweise über intime, peinliche Fotos oder Videoclips geschehen, die in sozialen Netzwerken, Videoplattformen oder Messengern verbreitet werden. Durch die Öffentlichkeit der sozialen Medien, können diese von Tausenden betrachtet werden. Das Mobbing ist jetzt nicht mehr nur im lokalen Umfeld, sondern im Cyberspace. Einmal hochgeladen, können die Bilder von etlichen Nutzern gespeichert werden. Erinnerungen verfliegen nicht, sondern werden geteilt, verarbeitet und können jederzeit erneut hochgeladen werden. Der Druck auf die Betroffenen von Cybermobbing ist immens, da peinliche Erinnerungen auch Einfluss auf ihr späteres Leben nehmen können, beispielsweise am Arbeitsplatz. Dabei muss das neue Umfeld nichts mit den ursprünglichen Tätern zu tun haben.

Anonymität der Täter

Das Internet bietet den Tätern einen gewissen Grad an Anonymität. Während sich die Menschen im realen Leben gegenüberstehen und somit auch direkt Konsequenzen erfolgen können, gibt es im Internet kaum Möglichkeiten, die Täter zu belangen. Es erfolgt eine Enthemmung von Seiten der Täter, da sie schamlos Hass verbreiten und ihrem Opfer zusetzen können. Ohne die Reaktion der Betroffenen zu sehen, steigt die Lust am Quälen und die Grausamkeit des Cybermobbings nimmt immer mehr zu, je mehr Aufmerksamkeit der Täter von Seiten der Zuschauer bekommt. Das alles erfolgt meist nicht unter dem echten Namen des Täters, sondern unter einem Pseudonym. Es mobbt also nicht Max Mustermann, sondern zum Beispiel “Bienenstecher99”. Während Max Mustermann greifbar ist, existiert Bienenstecher99 nur auf den Online-Plattformen und ist somit erstmal außer Reichweite jeglicher Konsequenzen.

Was für Erscheinungsformen nimmt Cybermobbing an?

Cybermobbing findet wie bereits erwähnt primär im Internet statt und hat reale Konsequenzen für das Leben der Betroffenen. Doch die Täter haben im Gegensatz zu der “realen” Welt viel mehr Möglichkeiten, den Opfern zuzusetzen. Das Internet bietet viele Wege, die gesamte Lebensrealität einer Person zu manipulieren, zu verdrehen und zu täuschen, sodass die Wahrnehmung Außenstehender genau so geformt werden kann, wie die Täter es wollen. Dadurch kann der Kreis an Mittätern beim Cybermobbing exponentiell wachsen, da es einen sogenannten “Hass-Hype” um eine Person geben kann. Immer mehr Leute schließen sich den Tätern an, um eine Person zu mobben. Cybermobbing kann also in verschiedenen Formen auftreten, auf die wir anhand von einigen Beispielen genauer eingehen werden.

Hasspostings

Wer kennt es nicht? Besonders bei Promis, die stark auf Social Media Plattformen vertreten sind, sieht man immer wieder Hasskommentare. Ab und zu gibt es sogar ganze Mobbing-Kampagnen gegen Prominente, in denen die Flut an Hasskommentaren und Hasspostings Überhand gewinnt.

Flaming – Beleidigung

Äußert sich in beleidigenden oder bedrohenden Kommentaren & Nachrichten, die dem Opfer zugesandt werden. Beim Flaming sind diese jedoch meist von kurzer Dauer und beziehen sich auf kurzlebige Konflikte oder Ausnahmesituationen. Beispielsweise bei Videospielen wie League of Legends oder Fortnite, in denen es auch einen Text- oder Voice-Chat gibt, können Spieler “geflamed” werden. Das kann aufgrund mangelnder Leistung (Noobs, Lows) oder aufgrund fehlender digitaler Kosmetika (NoSkins) geschehen.

Harassment – Belästigung

Ähnlich zum Flaming, werden die Opfer beim Harassment über einen längeren Zeitraum beleidigt und bedroht. Dabei werden auf Dauer erniedrigende Kommentare oder Nachrichten versendet, um das Mobbingziel einzuschüchtern oder zum Verlassen der Plattformen zu bewegen.

Impersonation – Identitätsdiebstahl

Bei Impersonation erstellen die Cybermobber gefälschte Inhalte, die den Betroffenen zugeschrieben werden sollen. Dazu zählt die Erstellung von Fake-Accounts, die dem Account des Opfers ähneln sollen. Die Täter geben sich als ihr Opfer aus und posten beispielsweise rassistische Aussagen. Diese wirken dann so, als würde die betroffene Person selbst diese rassistische Nachrichten verbreiten. Für Außenstehende wird damit ein falsches Bild des Opfers dargestellt, wodurch beispielsweise anderweitige Belästigung gerechtfertigt wird.

Trickery & Outing – Bloßstellung

Private Informationen, die sonst nur im engsten Bekanntenkreis besprochen werden, werden öffentlich zur Schau gestellt. Diese werden beispielsweise durch eine freundschaftliche Annäherung an das Opfer oder durch das Vortäuschen einer anderen Identität erschlichen. Möglich ist auch, dass die Täter die Login-Daten des Opfers erschleichen und dadurch Zugriff auf private Nachrichten erhalten.

Denigration – Verbreitung von Gerüchten

Bei der Denigration werden Lügen und Gerüchte über das Opfer verbreitet. Dabei können gefälschte Screenshots oder Bilder veröffentlicht werden, die das Opfer als schlechten Menschen darstellen sollen.

Cyberstalking – Nachstellung

Das Cyberstalking geht über die Grenzen des reinen Harassments hinweg. Die Webpräsenz des Opfers wird durchleuchtet, die Täter suchen jegliche Information, die sie nur finden können. Dies zeigen sie dem Mobbingopfer und verdeutlichen damit, wie nahe sie dem Opfer sind. Hier wird auf das Sicherheitsgefühl der Person abgezielt, die durch das Eindringen in die Privatsphäre angegriffen wird.

Was kann ich als Opfer tun?

Was kann ich als Opfer tun?

Wenn Sie oder Freunde von Ihnen Cybermobbing selbst erleben, dann sollten Sie folgendes tun:

  • Cool bleiben. Nichts an sich heranlassen und keine Selbstzweifel haben. Denn: Sie sind okay, so wie Sie sind!
  • Sperren des „Cyber-Bully”!
    Die meisten verantwortlichen Websites und Anbieter geben Dir die Möglichkeit, jemanden, der sich schlecht verhält, zu sperren oder zu melden.
  • Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen!
    Nicht auf beleidigende oder unangenehme Nachrichten reagieren, auch wenn es schwer fällt. Eine Reaktion ist genau das, was der „Cyber-Bully“ will, er fühlt sich so bestätigt. Sollten die Nachrichten nicht aufhören, einen neuen E-Mail-Account eröffnen. 
  • Beweise sichern!
    Sichern der Kopien von unangenehmen Nachrichten, Bildern oder Online- Gesprächen z.B. durch Screenshots. Dies wird helfen, anderen zu zeigen, was passiert ist und können auch dabei helfen, die Peiniger zu ermitteln (z.B. an der Schule, beim Mobilfunkanbieter, beim Internetanbieter oder sogar bei der Polizei).
  • Mit anderen darüber reden!!
    Wenn man jemanden kennt, der im Internet oder über das Handy eingeschüchtert oder schikaniert wird, muss man damit nicht alleine umgehen.
  • Recht & Gesetz kennenlernen! Ohne Erlaubnis darf niemand Fotos von Ihnen ins Internet stellen, die einem peinlich sein könnten. Außerdem darf niemand vor anderen verspottet oder beleidigt werden. Wenn Cybermobbing besonders ernst ist, kann dies für den/die Täter rechtliche Konsequenzen haben.
  • Gezielt Verbündete und Vertrauenspersonen suchen:
    Kinder/Jugendliche wenden sich an einen Erwachsenen, dem sie vertrauen, der kann dabei helfen, über den Fall am richtigen Ort zu berichten.
    Wende Sie sich ich an den Service-Anbieter, über den man gemobbt wird (Internet, Handy).
    Schüler:innen wenden sich an ihre Schule: Der (Vertrauens-) Lehrer kann unterstützen und kann die mobbende Person zur Rede stellen.
    Sich an die Polizei wenden, wenn das Cybermobbing ernst ist und ein potenziell krimineller Fall vorliegt.

Wo findet man Hilfe?

►Hilfe einholen: Hier findet man wichtige Anlaufstellen bei Cybermobbing!

Was können Schulen bei Cybermobbing tun?

Was können Schulen bei Cybermobbing tun?

Wird ein Cybermobbing-Fall bekannt, so muss die Schule – die Schulleitung oder der Klassensprecher – unverzüglich reagieren.

Dabei sind folgende Fragen abzuklären: 

  • Was ist konkret vorgefallen?
  • Welche Personen sind beteiligt?
  • Wie schwer ist das Delikt?

Folgendes ist besonders wichtig:

  • Reden Sie mit den Beteiligten: Opfer und Täter
  • Geben Sie den Opfern eine Lobby! Es muss klar sein, dass Sie an der Schule  versuchen den Täter zu finden diesen zu sanktionieren, um dem Opfer zu helfen.
  • Eltern der betroffenen Parteien kontaktieren. Diskutieren Sie mit den Eltern die Vorfälle und versuchen Sie Hintergründe und Motive des Cybermobbers herauszufinden.
  • Alle Eltern Informieren: Einen Elternabend veranstalten. Eltern haben oft keine Vorstellung davon, was Cybermobbing eigentlich ist und sind sich der möglichen Tragweite solcher Vorfälle nicht bewusst.
  • In der Schule thematisieren: Auf keinen Fall darf Cybermobbing totgeschwiegen werden. Jeder Vorfall muss als Chance genutzt werden, um Aufklärung zu betreiben: Wie fühlt man sich als Opfer? Welche Motive haben der oder die Täter? Konkrete Fälle können als Anlass genommen werden, um präventive Maßnahmen umzusetzen. Das klicksafe Modul “Was tun bei Cybermobbing” bietet eine Fülle von Ideen, wie die Problematik im Unterricht thematisiert werden kann.  Hier geht es zum Download
  • Die Lehrer einbeziehen: Neben der Arbeit mit Opfern und Tätern ist es sinnvoll, die Lehrer einzubinden und Weiterbildungsmöglichkeiten (beispielsweise im Rahmen einer schulinternen Lehrerfortbildung) anzubieten, die dabei helfen, mit Cybermobbing-Vorfällen richtig umzugehen.
  • Umgang mit Internet und Handy regeln: Was ist erlaubt, was ist nicht erlaubt? Welche Sanktionen gibt es bei Missbrauch? Manchmal kann es schon zu einer Entspannung führen, wenn beispielsweise das Handy in der Zeit des Unterrichts abgeschaltet werden muss und dies in der Schulordnung geregelt ist. Auch die Klassenfahrt kann handyfrei gestaltet werden, wenn das Handy täglich zu einer festen Zeit (z.B. eine halbe Stunde vor dem Abendessen) für Kontakte mit der Familie genutzt werden kann.
  • Präventionsbeamte der Polizei zu Rate ziehen: Dies macht vor allem Sinn, um einschätzen zu können, ob rechtliche Schritte eingeleitet werden sollen oder nicht. Hier finden Sie eine Liste mit Beratungsstellen bundesweit.
  • Schulpsychologen, Schulsozialarbeiter, Beratungslehrer kontaktieren: Diese sind in Cybermobbing-Fällen erfahren und können kompetent mit allen Beteiligten zusammenarbeiten und entsprechende Maßnahmen einleiten.

Für Lehrer & Erzieher

Für Lehrer & Erzieher

Cybermobbing an Schulen – ein digitales Problem

Cybermobbing ist aufgrund seiner digitalen Natur meist etwas, was die Betroffenen bis nach Hause verfolgt. Erkennen kann man es jedoch schon im Klassenzimmer. Lehrer beobachten immer häufiger die Auswirkungen von Cybermobbing bei ihren Schützlingen.

Viele Lehrer:innen sehen zwar, dass ihre Schüler:innen gemobbt werden, aber haben das Gefühl, nicht eingreifen zu können. Gerade im digitalen Zeitalter ist es immer leichter, Konflikte aus dem Klassenzimmer in das Internet zu tragen und dem Mobbingopfer auch online zuzusetzen. Peinliche Bilder, die im Klassenzimmer gemacht und auf Social Media geteilt werden, sind nicht nur schädlich – sie sind auch illegal.

Die Erste Hilfe Anleitung für Lehrer:innen & Erzieher:innen enthält viele nützliche Ratschläge und erste Informationen zum Thema Cybermobbing.

Doch was kann man als Lehrkraft gegen Cybermobbing tun?

Unsere Cyberlife-Studien zeigen immer wieder, dass in Schulen zu wenig Präventionsarbeit gegen Cybermobbing getan wird. Das liegt daran, dass kein Bewusstsein für das digitale Problem geschaffen wird und Bildungsministerien keine adäquaten Weiterbildungen für Lehrer:innen schaffen. Das muss man ändern!

Wir alle gegen Cybermobbing

Das Bündnis gegen Cybermobbing e.V. ist sich dieses Problems bewusst und hat mit “Wir alle gegen Cybermobbing” ein ganzheitliches Präventionsprogramm für Schulen geschaffen.

Präventionsprogramm „Wir alle gegen Cybermobbing“

1. Lehrkräfte 2. Schüler/innen 3. Eltern 4. Betreuung
Fortbildung der Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter/innen Präventionsarbeit Schüler/innen Teil I Präventionsarbeit Schüler/innen Teil II Informationsveranstaltung für die Eltern

Cybermobbing-Hotline
(ab Teilnahme für ein Jahr)

Strategien um Cybermobbing vorzubeugen, zu erkennen und gezielt zu handeln Impulsveranstaltung durch ausgebildete Referent/innen des Bündnisses gegen Cybermobbing Arbeit mit den Schülern durch die geschulten Lehrkräfte über einen längeren Zeitraum Vorstellung von den Projekten der Schüler/innen

Für Schulen, Eltern, Lehrkräfte und Schüler/innen
- Telefonische Erstberatung
- Handlungsempfehlungen
- Tipps

Vorstellung von didaktischem Material, Filmen und Büchern

Einführung in das Thema Cybermobbing:
- Grundlagen
- Strukturen
- Strafbarkeit

In freier Einteilung erarbeiten und vertiefen die Lehrkräfte mit Hilfe des bereitgestellten didaktischen Materials verschiedene Aspekte des Cybermobbings.

Informationen über Cybermobbing:
- Hintergrundwissen
- Strukturen
- Handlungsempfehlungen
- Rechtsgrundlagen
- Strafbarkeit

Unbefristete Nutzungsrechte für das überlassene didaktische Material vom Bündnis gegen Cybermobbing
Vermittlung von Hintergrundwissen, Rechtsgrundlagen und Besprechung von Fallbeispielen

Beantwortung von Fragen

Sicherer Umgang durch Hintergrundwissen und praxisnahen Beispielen Bessere Erreichbarkeit der Kinder und Jugendlichen durch externe Personen Förderung von Emphatie und Unrechtsbewusstsein

Förderung der Bereitschaft mit der Schule zu kooperieren

Langfristige Unterstützung bei Problemen oder Fragen
Dauer: 4-6 UE zu je 45 min Dauer: 2-4 UE Dauer: 8-12 UE Dauer: ca. 90 min
Für eine nachhaltige und effektive Bekämpfung von Mobbing bzw. Cybermobbing müssen die richtigen Verhaltensweisen in den (Schul-) Alltag integriert werden und sich nicht auf einen Projekttag beschränken!

Das Präventionsprogramm ist an einen engen Qualitätsrahmen gebunden

Qualifizierte Referenten und Referentinnen, engagierte Lehrkräfte, feste Rahmenbedingungen bei der Durchführung und hochwertige Informationsmaterialien. Das Präventionsprogramm “Wir alle gegen Cybermobbing” geht mit einem Zertifikat einher, welches präventionsgeschulte Bildungseinrichtungen auszeichnet.

Die teilnehmende Schule wird von einem unserer Referenten betreut und erhält themenspezifisches Informationsmaterial.

Der Erwerb des Zertifikats ist nur möglich bei vollständiger Durchführung des Präventionsprogramms „Wir alle gegen Cybermobbing“. Alle teilnehmenden Schulen werden auf der Webseite des Bündnisses gegen Cybermobbing aufgeführt. Durch den Erwerb des Zertifikates kann ebenfalls die Telefonhotline des Bündnisses gegen Cybermobbing bei auftretenden Problemen mit Cybermobbing genutzt werden.

Bei Teildurchführung erhält die Schule eine Teilnahmebestätigung.

Wir sind bundesweit an Schulen tätig

Für eine nachhaltige und effektive Bekämpfung von Mobbing beziehungsweise Cybermobbing müssen die richtigen Verhaltensweisen in den Schulalltag integriert werden. Deswegen setzt unser Präventionsprogramm “Wir alle gegen Cybermobbing” an mehreren Schnittstellen an.

Dank der Förderung der “Stiftung für Bildung und Soziales der Sparda-Bank Baden-Württemberg” erhalten Schulen in Baden-Württemberg das Präventionsprogramm kostenlos.

Unsere Präventionsarbeit ist allerdings nicht auf Baden-Württemberg beschränkt. Mehr Infos finden sie in unserer Broschüre.

Was ist bei Cybermobbing strafbar?

Was ist bei Cybermobbing strafbar?

Obwohl es kein eigenes Gesetz gegen Cybermobbing gibt, fallen bestimmte Formen von Cybermobbing unter andere Strafgesetze: Cybermobbing ist also strafbar! Schau dir folgende Fälle von Cybermobbing an, bei denen es sich um Straftaten handelt:

  • Wenn jemand Gewalttätigkeiten gegen eine Person mit dem Handy filmt ( Verprügelungen etc.) und z.B. über Youtube oder unter den Schülern per Bluetooth verbreitet werden. Und wenn jemand animierte Gewaltvideos um Bilder der gemobbten Person ergänzt und dann z.B. auf www.youtube.de hochgeladen werden. (StGB § 131 Gewaltdarstellung)
  • Wenn sich Kinder in Internetforen/-gruppen beleidigen, Gruppen bei www.facebook.de mit Aufruf zur Hetze gegen eine Person aufrufen, gefälschte Profile mit heftigsten Beleidigungen von Mitschülern bei oder www.facebook.de eingestellt werden, wüste Beleidigungen auf die Pinnwand einer Person geschrieben werden, sich Hassgruppen bilden, in denen eine Person von allen anderen fertig gemacht wird und Lügen sie verbreitet werden. Videos/Fotos einer Person werden mit vollem Namen und beleidigendem Zusatz ins Internet gestellt. (Beleidigung, Üble Nachrede, Verleumdung StGB §185,186, 187)
  • Vielfach liegt bei Cybermobbing ein Fall von Körperverletzung vor, wegen der massiven Gesundheitsschädigung und negativen psychischen und seelischen Folgen. (Körperverletzung StGB § 223)
  • Wenn einer Person Morddrohungen oder Drohungen mit Körperverletzung über Chatrooms oder soziale Netzwerke wie Facebook geschickt werden. Oder wenn Selbst getextete Lieder oder Musikstücke, die Drohszenarien schildern gefilmt werden und z.B. bei www.youtube.de eingestellt werden. (StGB Nötigung §240)
  • Psychoterror durch Zusenden von bedrohenden, beleidigenden SMS, Emails rund um die Uhr. (StGB Nachstellung §238)
  • Fotos aus dem intimen Bereich oder peinliche, unangenehme Fotos werden online gestellt. (StGB Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches § 201)
  • Heimliche Foto-/Filmaufnahmen während des Unterrichts von Mitschülern, Lehrern, während Freizeitaktivitäten etc. werden ins Internet hochgeladen. Es herrscht diesbezüglich keinerlei Unrechtsbewusstsein vor – wird eher als Kavaliersdelikt gesehen. Problematisch bei der Online-Stellung ist zudem, dass die Fotos in der Regel nicht mehr endgültig gelöscht werden können. Schnelles Handeln (Antrag auf einstweilige Verfügung) ist geboten, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Oftmals erfährt die abgebildete Person aber auch erst viel zu spät davon, dass ihr Foto im Internet zu sehen ist. (Recht am eigenen Bild, KunstUrhG §22, 33)

Was können Eltern gegen Cybermobbing tun?

Was können Eltern gegen Cybermobbing tun?

Wenn Ihr Kind Opfer von Belästigungen im Internet geworden ist, sollten Sie Folgendes tun:

  • Bauen Sie Vertrauen auf und zeigen Sie ihrem Kind, dass es jederzeit mit Ihnen über Probleme mit dem Internet reden kann, ohne dass Sie übereilt reagieren und z.B. sofort die Internetnutzung verbieten! Cybermobbing führt zu einem großen Leidensdruck, besonders wenn Kinder mit niemandem darüber sprechen können.
  • Zeigen Sie Verständnis und seien Sie sensibel für mögliche Verstörungen Ihres Kindes, gerade im Zusammenhang mit den Handy- und Internetaktivitäten Ihres Kindes. Verurteilen Sie Ihr Kind nicht, sondern zeigen Sie, wie man aus Fehlern gemeinsam lernen kann. Überlegen Sie gegebenenfalls neue Verhaltensformen, um Belästigungen zu erschweren.
  • Reagieren Sie nicht mit einem Handy- oder Internetverbot. Internet und Handy spielen, auch wenn sie für Belästigungen missbraucht werden können, für die Betroffenen meist noch immer eine wichtige Rolle in der Freizeit und Schule. Wenn Kinder Opfer von Schikanen werden, ist eine Bestrafung nicht sinnvoll. Bleiben Sie weiterhin eine mögliche Ansprechperson für Ihr Kind und “vertreiben” Sie es nicht durch Ihr eigenes Verhalten.
  • Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind nach Lösungen. Wie wollen sie vorgehen, soll die Schule informiert werden oder wollen Sie erst mit den Eltern des Cybermobbers reden, und wissen Sie überhaupt wer der Cybermobber ist? Wollen Sie Expertenrat in Anspruch nehmen oder Online-Hilfen, Polizei kontaktieren etc.?
  • Versuchen Sie den Täter oder die Täterin zu identifizieren und weisen Sie ihn oder sie darauf hin, dass es sich um ein strafbares Delikt handeln kann.
  • Kontaktieren Sie die Eltern des Täters oder der Täterin und/oder die Schule bzw. den Ausbildungsplatz. Wenn die Belästigung das Ausmaß einer beharrlichen Verfolgung annimmt oder wenn eine gefährliche Bedrohung vorliegt, sollten Sie die Polizei verständigen.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber: Cybermobbing ist strafbar! (StGB)

Prävention: Wie können Eltern vorbeugen?

Alle Akteure in den Bereichen Erziehung und Bildung müssen sich immer stärker mit dem Internet als neuem Tatort für Phänomene aus dem schulischen Alltag und dem physischen Umfeld befassen. „Aufklärung“ und „Prävention“ werden somit immer wichtiger.

Hier gilt es, Gefahren bekannt zu machen, ohne dabei den Nutzen der neuen Medien zu vernachlässigen.

Kinder haben zwar häufig den Vorteil, dass sie das Handling der neuen Medien Internet & Co besser beherrschen als ihre Eltern, aber: Die Eltern haben die Lebenserfahrung!

Sie als Eltern müssen Ihren Kindern vermitteln, was Cybermobbing bei den Opfern anrichten kann und wie leicht es ist von anderen zum Opfer gemacht zu werden.

Keine Angst vor den neuen Medien, wenn Sie folgendes berücksichtigen, wird Sie niemand belächeln:

  • Eltern sollten sich für das, was ihre Kinder im Internet machen interessieren!
  • Von den Kindern lernen wollen
  • Gemeinsam chatten, twittern etc.
  • Zeigen Sie Interesse an dem was Ihr Kind im Netz macht! Informieren Sie sich über die Internet- und Handynutzungsgewohnheiten Ihres Kindes, auch wenn es keine Belästigung gibt.
  • Erarbeiten Sie sich gemeinsam das Internet! Gerade bei den jungen Internetusern (6-13 Jahren) ist das wichtig. Twittern oder chatten sie zusammen. Und lassen Sie sich von den Jugendlichen die Cyberwelt erklären- wie die kids sie sehen!
  • Vertrauen aufbauen: Du kannst bei Problemen im Netz zu mir kommen!
  • Diskutieren Sie mit Ihrem Kind neue Themen und Probleme rund um Internet, Handy & Co.
  • Sich informiert zeigen/ Themen diskutieren
  • Festen Nutzungsplan für Internet & Co.
  • Schutzprogramme verwenden
  • In der Schule Themen zu Web 2.0, Internet & Risiken vorschlagen.
  • Anregen in der Schule eine Mediengruppe aufzubauen, die Schüler federführend leiten aber auch Lehrer & Eltern integriert.